In Deutschland und Europa wird immer wieder über Integration von Einwanderern diskutiert. Oft geschieht dies ohne grundlegende Kenntnisse in der Migrationsforschung. Ein neues Forschungsprojekt soll nun dabei helfen,  Fragen nach den Entwicklungen innerhalb der Migrantenfamilien zu erklären.

500 aus der Türkei stammende Familien sollen in diesem Projekt befragt werden. Als erster Schritt werden 400 Personen befragt, die zwischen 1930 und 1940 in der Türkei geboren wurden und im Zuge der Anwerbung in den 1960er Jahren nach Europa kamen. Im Laufe der Forschung sollen ihre Kinder, Enkelkinder und wenn möglich auch Urenkel befragt werden.

Diese Familien leben heute über ganz Europa verteilt. Das ist eine besondere Herausforderung für die Forscher, lässt aber auch auf Ergebnisse hoffen, die grenzüberschreitende Fragen der Migration beantworten können. Die Forscher wollen Antworten finden auf Fragen wie: “Unterstützt Migration soziale Aufstiegsprozesse? Unter welchen Bedingungen können sich Migranten erfolgreich integrieren? Vermitteln Migranten ihren Kindern kulturelle Werte und Verhaltensweisen anders als Nichtmigranten? Als Vergleichsgruppe werden 100 Personen befragt, die ebenfalls in den 1930er Jahren in der Türkei geboren wurden, aber nicht migriert sind.

Das Forschungsprojekt wird durch die Zusammenarbeit der TU Chemnitz, der Universität Essex und der Freien Universität Amsterdam ermöglicht. Das Projekt wird von NORFACE ERA-NET, einer Initiative der Europäischen Union unterstützt. Am Institut für Soziologie in Chemnitz wurde für die Migrantenbefragung bereits eine Vorstudie angefertigt.

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