Ab sofort werde ich an dieser Stelle Forschungsvorhaben, Tagungen und andere interessante Entwicklungen in der deutschen Wissenschaft zu einem kurzen Überblick zusammenfassen. Diese wöchentlich erscheinende Sammlung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie soll einen Einblick in die aktuellen Forschungen bieten, welche sich mit den Themen dieses Blogs beschäftigen.

Forschungen/Studium

Das Forschungscluster „Languages of Emotion“ untersucht in vier Teilbereichen, wie und was wir fühlen. In dem Teilbereich „Kulturelle Codierungen von Emotionen“ wird untersucht, ob und wie Emotionen in verschiedenen Kulturen unterschiedlich ausgedrückt werden. Dazu wird ein kulturvergleichendes Projekt durchgeführt, welches die Gefühle Stolz, Scham und Ärger in deutsch- und türkischstämmigen Familien untersucht. Für diese Studie werden noch Probanden gesucht.

An der Universität Witten/Herdecke startet zum Wintersemester 2010 ein neuer Bachelor-Studiengang. Der Bachelor in Philosophie, Politik und Ökonomik ist bewusst als Schnittstellenstudiengang konzipiert, denn die neuen globalen Herausforderungen benötigen mehr als ein einseitiges wirtschaftliches Verständnis.

Veranstaltungen

„Deutsche Vita“, eine Tagung des Friedrich-Meinecke-Instituts der Freien Universität Berlin geht der Frage nach, wie sich das Bild der nach Deutschland eingewanderten Italiener gewandelt hat. Deutsche Vorurteile reichen dabei vom temperamentvollen Südländer über Macho bis zum Mafioso. Wie sich das Bild von den Italienern gewandelt hat soll in der Tagung erklärt werden. Das Tagungsprogramm gibt es hier. Durch die Diskussion sollen neue Perspektiven auf die Funktionsweisen nationaler Stereotypen eröffnet werden.

Das Duell als Möglichkeit der ritualisierten Konfliktaustragung wird in dem Workshop „Das Duell vom Mittelalter bis zur Moderne“ diskutiert. Dabei wird unter anderem der Frage nachgegangen, ob das Duell lediglich Teil einer elitären männlichen Gruppenkultur war. Im Rahmen des Workshops werden interdisziplinäre und internationale Perspektiven zu diesem Thema vorgestellt.

Förderungen

Prof. Dr. Jürgen Paul erhält eine Förderung in Höhe von 200.000€ für ein „Opus magnum“ von der Volkswagen Stiftung und der Fritz Thyssen Stiftung. Der Direktor des Seminars für Arabistik und Islamwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wird ab 1. April 2011 freigestellt. Aus den Fördermitteln wird hauptsächlich eine Vertretung für Paul finanziert. Er kann sich während seiner Freistellung ausgiebig seinem Thema „Dienst und Wohltun. Lokale Herrschaft, scheiternde Staaten , Empire: Ostiran vor der mongolischen Eroberung“ widmen.
Des Weiteren erhält das Seminar eine Förderung von einer halben Million Euro für ein deutsch-usbekisches Projekt. Mit der Förderung soll innerhalb von drei Jahren die Sozialgeschichte Mittelasiens während der Kolonialzeit anhand von Archivquellen erforscht werden. Die Kooperationspartner in Usbekistan sind das Institut für Geschichte der Akademie der Wissenschaften und das Zentrale Staatsarchiv der Republik Usbekistan.

Publikationen

Wann, wie und warum enden Kriege? Dieser Frage geht eine Kurzanalyse des Leibniz-Instituts für Globale und Regionale Studien in Hamburg nach.

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