• Islamische Regierung fördert Partizipation von Frauen
  • Integration im ländlichen Raum
  • Integration im Club

Islamische Regierung fördert Partizipation von Frauen

In seiner Dissertation beschäftigt sich Erik Meyersson vom „Institute for International Economic Studies“ in Stockholm mit drei Themen: die Zunahme von Bildung für Mädchen und Frauen in islamisch regierten Städten der Türkei, die langfristigen ökonomischen Entwicklungen in islamischen Ländern und die ökonomischen und politischen Auswirkungen des Ölhandels afrikanischer Länder mit China.

Meyersson hat im ersten Teil seiner Dissertation kommunale Wahlergebnisse als Ausgangsbasis für seine Untersuchung genommen. Er kommt zu dem Schluss, dass dort, wo eine islamische Partei gewonnen hat, positive Effekte für Frauen eingetreten sind. In diesen Städten steigt der Anteil der Mädchen und Frauen in der Bildung. Außerdem werden Frauen weniger oft als Hausfrauen klassifiziert, es gibt einen größeren Anteil arbeitstätiger Frauen und die Stellen im höher bezahlten Bereich für Frauen nehmen zu. Diese Entwicklung trifft besonders auf Gebiete zu, in denen ärmere und streng gläubigere Menschen leben.Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass der immer wieder gewonnene Eindruck, islamische Regierungen würden Frauen benachteiligen, in dem Fall nicht zutrifft.

Meyersson schlussfolgert:

One interpretation is that limits on religious expression, such as the headscarf ban in public institutions, raise barriers to entry for the poor and pious. In such environments, Islamic movements may have an advantage over secular alternatives.

Die vollständige Studie kann man hier (pdf) finden. (englisch)

Integration im ländlichen Raum

Wenn wir über Integration sprechen, geht es oft um sogenannte Problembezirke. Berlin – Neukölln ist inzwischen zu einem Begriff geworden, der vermeintlich alle Probleme der Integration beinhaltet. Dass Integration aber nicht nur im städtischen, sondern auch im ländlichen Raum stattfindet bzw. stattfinden muss, wird in der Diskussion vernachlässigt. Wie wird aber mit Integration von „Fremden“ in Kleinstädten und Dörfern umgegangen? Die soziale Nähe ist in ländlichen Regionen größer, allerdings gibt es dort auch eine stärkere Kontrolle, die schneller zur Ausgrenzung führen kann.

Mit den Problemen der Integration in ländlichen Regionen beschäftigt sich das Forschungsprojekt „Integrationspotenziale in kleinen Städten und Landkreisen“. Ziel dieser Untersuchung ist die Analyse der Bedingungen und die Ermittlung der Potenziale für die Integration von Zuwanderern in ländlichen Regionen. Federführend ist die Schader-Stiftung. Sie arbeitet zusammen mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund und dem Deutschen Landkreistag.

Integration im Club

In europäischen Clubszenen werden kulturellen Normen der Einwanderungsgesellschaften verhandelt. Frankfurter Forscherinnen untersuchten das Verhalten ethnischer Minderheiten in verschiedenen europäischen Städten. Mithilfe ethnografischer Methoden näherten sie sich dem Thema. Sie besuchten türkisch-deutsche Clubnächte in Kreuzberg, afrokaribische Events in Paris oder Asian Nights in London. Die ersten Ergebnisse wurden in „Forschung Frankfurt 2010“ veröffentlicht.

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