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Mehr als 50 Jahre Ölkatastrophe in Nigeria

Das Staatliche Museum für Völkerkunde München zeigt Fotografien einer Katastrophe. Seit über 50 Jahren dauert die Ölkatastrophe im Nigerdelta nun schon an. Nie hatte sie das Interesse der Öffentlichkeit, wie die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahre 2010.

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Ein Bewohner des dicht besiedelten Bezirkes Abule-Egba, eines Vororts von Lagos, wäscht sich nach dem Löschen eines Feuers den Ruß vom Gesicht. Eine Pipeline wurde in der Nacht davor von einer bewaffneten Bande angezapft und geriet in Brand, als die Anrainer den ausgelaufenen Treibstoff aufsammelten. Das Rote Kreuz gab an, dass das Feuer mindestens 269 Personen getötet und Dutzende verletzt hat. Der Brand dauerte vier Stunden. © Akintunde Akinleye, Lagos, 26. Dezember 2006

Seit Großkonzerne 1956 begonnen haben, in Nigeria Erdöl zu fördern, wird im zuvor artenreichen Nigerdelta die Natur zerstört. Damit verschwindet auch die Lebensgrundlage der Bevölkerung, und es entstehen bewaffnete Konflikte. Diese (von mir zugegebenermaßen sehr vereinfacht dargestellte) Problematik wird von der Ausstellung aufgegriffen und mit einem umfangreichen Begleitprogramm vertieft.

Morgen, am 22. März, spricht Prof. Edlyne Anugwom, Stipendiat der Alexander-von-Humboldt-Stiftung an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, zur Geschichte des Nigerdelta-Konfliktes. Er wird sich in seinem Vortrag besonders dem kollektiven Gedächtnis im Zusammenhang mit dem Konflikt widmen.

Anugwom untersucht in seinem Forschungsprojekt “From Biafra to the Niger Delta Conflict: Memory, Ethnicity and the State in Nigeria“ die politische Geschichte der ethnischen, politischen und ökonomischen Konflikte im Nigerdelta. Besonders beschäftigt ihn die Frage, wie der Biafra-Krieg von den verschiedenen Akteuren im aktuellen Konflikt im Nigerdelta erinnert und national repräsentiert wird und wie sich die verschiedenen militanten Bewegungen vor Ort auf diese Erinnerungen beziehen. Für ihn ist die Aufarbeitung dieses alten Konfliktes die Grundlage für die Lösung aktueller Auseinandersetzungen.

Vortrag: Prof. Edlyne Anugwom „Collective Memory and the Conflict in the Oil Rich Niger Delta of Nigeria“ am 22. März, 19 Uhr

Die Ausstellung ist noch bis zum 16. September 2012 zu sehen.

PS: Heute ist internationaler Tag zur Beseitigung der Rassendiskriminierung. Vielleicht denken wir an diesem Tag auch einmal darüber nach, warum eine mehr als 50 Jahre andauernde Katastrophe weniger Interesse weckt, als eine Katastrophe die gerade einmal 2 Jahre her ist.

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1 Kommentar

  1. Anmerkung: Heute erschien im Africa Spectrum des GIGA-Instituts ein Beitrag von Edlyne Anugwom mit dem Titel “Something Mightier: Marginalization, Occult Imaginations and the Youth Conflict in the Oil-Rich Niger Delta”. Er kann hier heruntergeladen werden: http://hup.sub.uni-hamburg.de/giga/afsp/article/view/484

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