“Rising Voices” stärkt als Teil des Global-Voices-Netzwerkes Bürgermedien, die Stimmen fördern, welche in der globalen Informationsflut leicht überhört werden. Heute wurden von Rising Voices die Projekte bekanntgegeben, die eine Förderung für ihre Aktivitäten im Bereich Bürgermedien erhalten. Mehr als 1170 Bewerbungen aus mehr als 120 Ländern waren dafür eingegangen, aber nur sechs Projekte konnten ausgewählt werden.

Identitätsbewahrung durch Bürgermedien

Vier der geförderten Projekte befassen sich auf verschiedene Arten mit dem Erhalt der Sprache, der Kultur oder Traditionen sowie mit dem Erhalt einer zerstreuten Gemeinschaft.

Durch den Film “The New World” wurde das Interesse an der ausgestorbenen Sprache Powhatan geweckt. Seit 2005 beschäftigen sich Angehörige der nordamerikanischen Indigenen wieder mit ihrer Sprache, die seit mehr als 200 Jahren nicht mehr gesprochen wurde. Ian Custalow, der sich für die Wiederbelebung dieser Sprache engagiert, will die Förderung der Sprache jetzt auch mithilfe digitaler Technologien ermöglichen. Neben digitalen Wörterbüchern soll auch der Sprachunterricht teilweise über verschiedene Medien ablaufen und die Lernenden der verschiedenen Stämme miteinander verbinden.

Ein weiteres Projekt soll Angehörige der indigenen Aché-Bevölkerung in Paraguay, die durch einen Genozid fast ausgelöscht wurde, dazu befähigen ihre Geschichte durch Blogs, Fotografie und Filme sowie durch soziale Netzwerke zu erzählen. Auch in Peru werden soziale Medien genutzt, um mithilfe der Sprache Quechua, Identität bei urbanen Gemeinden von Landflüchtlingen zu stiften. In Myanmar hilft die Förderung einem Netzwerk dabei, der Karen-Bevölkerung, die sich seit Jahren in einem Bürgerkrieg mit der Regierung Myanmars befindet und in verschiedenen Ländern verstreut lebt, Nachrichten in ihrer eigenen Sprache zu liefern.

Ländliche Gemeinden und Frauen stärken

In Guatemala sichert ein Gesetz freien Zugang zu öffentlichen Informationen zu. Das von Rising Voices geförderte Projekt hilft dabei, Menschen in den öffentlichen Bibliotheken in ländlichen Gegenden Guatemalas einen Internetzugang und Schulungen im Umgang mit den digitalen Medien anzubieten.
In Nablus in der Westbank wird ein Frauenzentrum gefördert, dass ausländischen Besuchern erlaubt, mit den palästinensischen Frauen direkt ins Gespräch zukommen. Außerdem lernen die Frauen, wie sie Bürgermedien nutzen, um ihre Geschichte zu erzählen.

Ausführliche Beschreibungen der Projekte findet man hier bei Rising Voices. Außerdem gibt es dort immer aktuelle Geschichte, die leise Stimmen lauter machen. Also unbedingt den RSS-Feed abonnieren oder @risingvoices folgen.

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