In Tübingen findet eine Konferenz statt, in der die Bedeutung des Ibaditentums im Mittelpunkt steht. Sie soll zu einem differenzierteren Blick auf den Islam beitragen. In Zeiten, in denen die Berichterstattung von Verallgemeinerungen und verzerrten Wahrnehmungen geprägt ist, soll die Darstellung des Ibaditentums eine hierzulande relativ unbekannte Strömung innerhalb des Islam zeigen.

Dem Ibaditentum gehören etwa 75 Prozent der omanischen Muslime an. Sie gehören weder zu den Sunniten noch zu den Schiiten und haben sich schon in der Frühzeit des Islam aufgrund ihres Bekenntnisses zur Gewaltlosigkeit von den beiden Hauptrichtungen getrennt. Die omanischen Ibaditen sind bis in die Gegenwart durch ihre tolerante Haltung gegenüber anderen Religion (auch den anderen Glaubensströmungen des Islam) und durch den Verzicht auf Mission charakterisiert. Jedes Jahr finden im Oman Konferenzen mit vielen Teilnehmern aus islamischen Ländern statt, in denen eine „islamische Ökumene“ geschaffen werden soll. 2009 hielt Professor David F. Ford, Direktor des Cambridge Inter-Faith Programme, eine Rede, die als „Maskat-Manifest“ veröffentlicht wurde.

In der Konferenz werden die Teilnehmer Perspektiven auf den Oman aus verschiedenen Ländern, zum Beispiel Russlands, Südamerikas oder Malaysias, eröffnen. Auch der Minister für Religiöse Angelegenheiten des Sultanats Oman, Scheich Abdullah bin Mohammed al-Salmi, wird an der Konferenz teilnehmen. Er war es auch, der 2009 auf das „Maskat-Manifest“ mit der Aussage antwortete, der Frieden zwischen den Religionen sei nur durch intensiven Dialog möglich.

Die Konferenz „The Ibadism of Oman – Its Overseas Development and its Perception Overseas“ findet vom 16. bis zum 19. Mai 2011 an der Universität Tübingen statt.

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