In Leipzig wird am 3. Juni 2010 das Centre for Area Studies eröffnet. Den Festvortrag hält die Soziologin und Ethnologin Prof. Dr. Shalini Randeria von der Universität Zürich. Die traditionsreichen regionalwissenschaftlichen Institute der Universität Leipzig bündeln in dem neuen Programm ihre Kapazitäten zu einem weitreichenden vergleichenden Programm. Die Experten aus verschiedenen Disziplinen wollen die bisher nur in Umrissen erkennbare Weltordnung mit Wissen zu füllen. Beispielsweise wollen sie der Frage nachgehen, ob die Einteilung in europäische und außereuropäische Kulturen noch zeitgemäß ist. Die zunehmenden Verflechtungen zwischen Staaten, Kulturen und Gesellschaften stehen im Mittelpunkt.

Am gleichen Tag, dem 3. Juni 2010, wird in Göttingen das Courant Forschungszentrum EDRIS eröffnet. Die Wissenschaftler des Zentrums „Education and Religion: From Early Imperial Roman Times to the Classical Period of Islam (EDRIS)“ untersuchen in drei Nachwuchsgruppen die frühen Bildungsgesellschaften, in denen sich verschiedene Kulturen und Religionen gegenseitig beeinflussten. Besondere Bedeutung hat die Frage, wie sich das Erbe der römisch-griechischen, jüdischen, frühchristlichen und arabisch-islamischen Bildungsgesellschaften auf unser heutige Bildung und Wissenschaft auswirkt. Die Forschungen sollen die aktuelle Bildungsdebatte um eine kulturhistorische Dimension erweitern.

Publikationen

Mit Kuppel und Minarett?“ Die Frankfurter Religionswissenschaftlerin Prof. Bärbel Beinhauer-Köhler schreibt in einem Beitrag im Wissenschaftsmagazin Forschung Frankfurt über den Moscheebau in Deutschland und die Bedeutung der Auseinandersetzungen um dieses Thema. Sie sieht im Moscheestreit auch eine Chance für den interkulturellen Kontakt.

Kann der Begriff „Globalisierung“ die grenzüberschreitenden Austausch- und Vernetzungsprozesse ausreichend erklären? Achim von Oppen und Ulrike Freitag, Herausgeber des Buches „Translocality: The Study of Globalising Processes from a Southern Perspective“, sind davon überzeugt, dass der Begriff „Translokalität“ besser geeignet ist, die seit Jahrhunderten bestehenden Austauschbeziehungen in Kultur- und Wirtschaftsräumen in Asien, Afrika und im Nahen und Mittleren Osten zu erklären.

facebooktwittergoogle_pluslinkedinmail