• Fußball als transkulturelles Phänomen
  • Public Viewing als religiöses Fest
  • Debatte um „Magie im afrikanischen Fußball“

Die Welt ist im Fußballfieber. Am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen wird am 20. Juni 2010 über Fußball als transkulturelles Phänomen diskutiert. Welches Integrations- oder Konfliktpotenzial und welche kulturelle, gesellschaftliche und politische Bedeutung hat das Spiel in der Welt? Es diskutieren: Annike Krahn, Studentin der Sportwissenschaft und Fußballweltmeisterin, Dr. Susann Baller vom Lehrstuhl für afrikanische Geschichte der Universität Basel und Dr. Jürgen Mittag, Geschäftsführer des Instituts für soziale Bewegungen. Nach der Diskussion lädt das Institut zum „Academic Viewing“ des Spiels Brasilien gegen Elfenbeinküste. Die Veranstaltung ist öffentlich, allerdings sollte man sich anmelden. Mehr Informationen gibt es hier.

Nicht nur Wissenschaftler schauen die Spiele der WM gern in einer großen Gemeinschaft. Public Viewing ist zu einem religiösen Fest geworden. Das sagt der Frankfurter Sportsoziologe Prof. Robert Gugutzer: „Public Viewing ist eine außeralltägliche, zeitlich und räumlich begrenzte Sonderwelt mit quasi-religiösem Charakter. Gemeinsam wird zum Versammlungsort prozessiert, werden religionsähnliche Symbole gezeigt, Reliquien getragen, Rituale praktiziert, Gesänge angestimmt und auf ein ekstatisches, gar transzendentes Aufgehen in der Masse gehofft.“ In einer Gesellschaft, in der soziale Bindungen zu Großgruppen schwächer werden, suchen sich die Menschen neue Kollektive, denen sie sich zugehörig fühlen können. Selbstgewählte „posttraditionale Gemeinschaften“, wie eine Fangemeinde, ersetzen zunehmend Verwandtschaft, Nachbarschaft oder auch die großen Kirchenreligionen.

„Voodoo im Strafraum – Fußball und Magie in Afrika“ ist ein Buch des Frankfurter Ethnologen und Dokumentarfilmers Oliver G. Becker, welches gerade zum Start der WM in Südafrika erschienen ist. Darin geht es um die Rolle der Magie im afrikanischen Fußball. Der Dokumentarfilm „Kick the Lion – Fußball und Magie in Afrika“ wurde bereits 2006 als offizieller Beitrag des Kunst- und Kulturprogramms zur FIFA Fußballweltmeisterschaft produziert. Zur Fußball-WM steht der Film bei einigen ausländischen TV-Sendern, aber nicht in Deutschland, auf dem Programm.
Dieses Buch bzw. das Thema hat bereits eine Debatte über Vorurteile gegenüber Afrika, die Berichterstattung in den Medien und die Rolle der Ethnologie angeschoben. Einen sehr guten Artikel über diese Debatte findet man wie immer bei antropologi.info.

Fußball, Fußball und Fußball – Neues aus der Wissenschaft

Fußball als transkulturelles Phänomen
Public Viewing als religiöses Fest
Debatte um „Magie im afrikanischen Fußball“

Die Welt ist im Fußballfieber. Am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen wird am 20. Juni 2010 über Fußball als transkulturelles Phänomen diskutiert. Welches Integrations- oder Konfliktpotenzial und welche kulturelle, gesellschaftliche und politische Bedeutung das Spiel in der Welt hat. Es diskutieren: Annike Krahn, Studentin der Sportwissenschaft und Fußballweltmeisterin, Dr. Susann Baller vom Lehrstuhl für afrikanische Geschichte der Universität Basel und Dr. Jürgen Mittag, Geschäftsführer des Instituts für soziale Bewegungen. Nach der Diskussion lädt das Institut zum „Academic Viewing“ des Spieles Brasilien gegen Elfenbeinküste. Die Veranstaltung ist öffentlich, allerdings sollte man sich anmelden. Mehr Informationen gibt es hier. http://www.kulturwissenschaften.de/home/veranstaltung-302.html

Nicht nur Wissenschaftler schauen die Spile der WM gern in einer großen Gemeinschaft. Public Viewing ist zu einem religiösen Fest geworden. Das sagt der Frankfurter Sportsoziologe Prof. Robert Gugutzer (http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb05/ifs/Sozialwissenschaften/Mitarbeiter/Gugutzer/index.html): „Public Viewing ist eine außeralltägliche, zeitlich und räumlich begrenzte Sonderwelt mit quasi-religiösem Charakter. Gemeinsam wird zum Versammlungsort prozessiert, werden religionsähnliche Symbole gezeigt, Reliquien getragen, Rituale praktiziert, Gesänge angestimmt und auf ein ekstatisches, gar transzendentes Aufgehen in der Masse gehofft.“ In einer Gesellschaft, in der soziale Bindungen zu Großgruppen schwächer werden, suchen sich die Menschen neue Kollektive, denen sie sich zugehörig fühlen können. Selbstgewählte „posttraditionale Gemeinschaften“, wie eine Fangemeinde, ersetzen zunehmend Verwandtschaft, Nachbarschaft oder auch die großen Kirchenreligionen.

„Voodoo im Strafraum – Fußball und Magie in Afrika“ ist ein Buch des Frankfurter Ethnologen und Dokumentarfilmers Oliver G. Becker (http://www.occasione.de/OCCASIONE_DOCUMENTARIES/vita.html), welches gerade zum Start der WM in Südafrika erschienen ist. Darin geht es um die Rolle der Magie im afrikanischen Fußball. Der Dokumentarfilm „Kick the Lion – Fußball und Magie in Afrika“ (http://www.occasione.de/Filme/Kick%20the%20Lion%20Trailer.mpg) wurde bereits 2006 als offizieller Beitrag des Kunst- und Kulturprogramms zur FIFA Fußballweltmeisterschaft produziert. Zur Fußball-WM steht der Film bei einigen ausländischen TV-Sendern, aber nicht in Deutschland, auf dem Programm.
Dieses Buch bzw. das Thema hat bereits eine Debatte über Vorurteile gegenüber Afrika, die Berichterstattung in den Medien und die Rolle der Ethnologie angeschoben. Einen sehr guten Artikel über diese Debatte findet man wie immer bei antropologi.com (http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2010/wm-berichte-verbreiten-voruteile-ueber-afrika).

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