Die fremde Welt fasziniert die Menschen seit Jahrhunderten. Auf langen, abenteuerlichen Expeditionen haben sich deutsche Ethnologen in die abgeschiedensten und unzugänglichsten Orte dieser Welt begeben,  um die Lebensweisen der „Fremden“ zu dokumentieren.

Agnes S. Schulz malte dieses Porträt eines Vertreters der Kel Ajjer aus der Region Fezzan in Libyen im Jahre 1932. Quelle: Frobenius-Institut, Frankfurt am Main

Oft wurden sie auf ihren Reisen von Künstlern begleitet, welche die Exotik der weiten Welt in ihren Bildern festhielten. Später kamen fotografische Aufnahmen zur Darstellung der fremden Lebensweisen dazu. So entstanden umfangreiche Sammlungen von Bildmaterial, welche in Archiven schlummern.

Heute scheint nichts mehr abgeschieden und unzugänglich zu sein. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt zahlreiche Projekte zur Digitalisierung von alten Buch- und Bildbeständen. So sind zum Beispiel islamische Handschriften für jedermann und weltweit verfügbar. Alles ist nur einen Mausklick entfernt.

Von 2006 bis 2009 wurde in Frankfurt daran gearbeitet, das Bildarchiv des Frobenius-Instituts zu digitalisieren. Man kann nun auch die Bilder der Expeditionen nach Afrika, Australien, Indonesien, Indien oder Südamerika online abrufen. Die Bilddatenbank ist sehr zweckmäßig angelegt. Die Suche ermöglicht gezielt nach Ländern, Städten oder Ethnien zu recherchieren. Man kann thematisch suchen, zum Beispiel nach bestimmten Kleidungsformen, Körperschmuck und Spielzeug, oder nach sozialen Beziehungen, religiösen Riten oder Berufsgruppen.

Leo Frobenius fotografierte das Dorf Kandakanda im Kanioka-Gebiet, Kongo, zwischen 1904 und 1906. Quelle: Frobenius-Insitut, Frankfurt am Main

Neben dem ethnologischen Bildarchiv wurden von Frobenius Kopien von Felsmalereien gesammelt. Das Interesse an diesen zum Teil sehr großformatigen Kopien ist nach wie vor sehr groß. „Die Anfragen nach Bildmaterial aus der ganzen Welt zeigen, dass die Bilder aus einer ansonsten äußerst bilderarmen Epoche auch heute noch faszinieren“, erläutert Dr. Richard Kuba, der seit mehreren Jahren die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte der Archive erforscht. Aktuell wird mithilfe einer dieser Kopien ein Felsbild in Südafrika rekonstruiert, welches in den 1940er Jahren zerstört wurde und nur als Kopie in Frobenius’ Archiv erhalten geblieben ist.

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