An der Berliner Charité werden im Zentrum für Interkulturelle Psychiatrie, Psychotherapie und Supervision (ZIPP) Migranten psychologisch betreut. Bei der Behandlung von Migranten müssen kultureller Hintergrund sowie eventuelle Traumata, z. B. aufgrund von Kriegserfahrungen, berücksichtigt werden.

In der Forschungsgruppe “Transkulturelle Psychiatrie” arbeiten nicht nur Psychiater, sondern auch Ethnologen und Kulturwissenschaftler. Der interdisziplinäre Zugang ist notwendig, um kulturelle Barrieren zu überwinden und es den Migranten zu erleichtern, sich den Ärzten zu öffnen. Viele Migranten fürchten, von einem deutschen Arzt nicht verstanden zu werden und vermeiden es, wegen mentaler Probleme zum Arzt zu gehen. Die Deutsche Welle berichtet, dass das Berliner Zentrum als Anlaufstelle für Migranten immer breitere Akzeptanz findet.

Migration führt in vielen Fällen zu Identitätsbrüchen, die verarbeitet werden müssen. Akzeptanz in der neuen Heimat ist in diesem Zusammenhang sehr wichtig. Fehlt diese Integration, kann dies zu psychologischen Störungen führen oder bestehende Probleme verschlimmern.

Es sind aber nicht nur nach Deutschland kommende Migranten, die unter psychischen Problemen leiden. Auch Europäer, die in fremde Länder reisen, können Erfahrungen machen, welche zu psychischen Störungen führen. Eine interessante Arbeit zu dem Thema hat Jens Clausen  geschrieben. “Vom Verlust des
Selbst in der Fremde. Eine Studie über das Reisen anhand autobiographischer Texte” heißt seine Dissertation. Es geht darin um Fremdheit, Entfremdung, Isolation und Abgrenzung in der Fremde. Zu dieser Arbeit werde ich später ausführlicher schreiben.

Das Selbst und die Fremde. Über psychische Grenzerfahrungen auf Reisen

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