In der griechisch-byzantinischen Welt entstanden in Bezug auf den Islam zahlreiche Vorurteile. Sie beruhten auf Missverständnissen und falschen Übersetzungen des Koran. Einige dieser frühen Texte über den Islam und die christlichen Argumente gegen den Islam kann man in den neu herausgegebenen Texten des “Corpus Islamo-Christianum” nachlesen.

Die vermutlich erste Übersetzung des Koran in eine europäische Sprache, ins Griechische,  war voll von Übersetzungsfehlern und Missverständnissen. Dennoch war sie von großer Bedeutung, denn sie ermöglichte erst eine Auseinandersetzung mit dem Islam. Die noch erhaltenen Fragmente dieses griechischen Textes wurden jetzt in der Reihe “Corpus Islamo-Christianum” zum ersten Mal gesammelt herausgegeben und erklärt.

Im 7. Band der Series Graeca erschienen zwei weitere wichtige Texte der griechisch-byzantinischen Welt, die sich mit dem Islam auseinandersetzen. Zum einen handelt sich um den Text eines Theologen, der die christlichen Lehren gegenüber dem Islam verteidigt. Dabei wird der Islam in einem ironischen Ton der kulturellen Überlegenheit kritisiert.

Der zweite Text ist eine Sammlung von theologischen Argumenten gegen alle Arten von Ungläubigen. Der Verfasser, der Mönch Euthymios Zigabenos, nannte sie “dogmatische Rüstkammer”. In einem Kapitel werden auch die Sarrazenen und die Lehren des Islam angegriffen. Dabei werden in diesem Text keine neuen Erkenntnisse präsentiert, sondern nur Argumente der Vorgänger gesammelt.

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