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„Semantische Kriegsführung“

Wie Sprache unsere Wahrnehmung beeinflusst

Die Operation „Gegossenes Blei“ der Israelischen Armee, begann am 27. Dezember 2008 und dauerte drei Wochen. Bilanz: 1400 tote Palästinenser (davon 850 Zivilisten), 5000 Verletzte und 3000 Wohnhäuser und Gebäude zerbombt. 13 tote Israelis. Was hätten wir gemacht, was hätte die Weltöffentlichkeit gemacht, wenn die Bilanz anders herum gewesen wäre? 1400 tote Israelis verursacht durch Bombenangriffe der Palästinenser? Was wäre passiert?

Die Frage, die wir uns hier stellen MÜSSEN: Sind wir rassistisch? Wieso ist unsere Reaktion abhängig von der Identität oder Nationalität der Opfer?

Mit diesen Fragen, die unser Verständnis von Gerechtigkeit und unsere Neutralität infrage stellen, begann am 18.01.2010 ein Vortrag von Georg Meggle an der Universität Leipzig. Der Vortrag hatte den Titel „Zum ‚Terrorismus’ in Palästina“. Meggles analytisch philosophischen Erläuterungen zu den Themen Terrorismus und Antisemitismus sind sehr ausführlich. Ich kann Sie hier nicht in allen Einzelheiten wiedergeben. Ich will jedoch auf etwas hinweisen, worauf mich der Vortrag von Meggle aufmerksam gemacht hat.

Die Art und Weise, wie wir über Terrorismus nachdenken, ist durch Sprache beeinflusst. Meggle nennt das unsere „kollektive mentale Software“, die zu einer “semantischen Kriegsführung” genutzt wird. Durch die Benutzung von Kampfbegriffen wie „Terrorismus“ werden wir auf Kriege und „unsere Feinde“ eingeschworen. Wer sind Terroristen? Es sind immer die anderen. Niemals können wir selbst Terroristen sein. Von unseren demokratisch gewählten Regierungen kann laut unserer Sprache niemals Staatsterrorismus ausgehen. WIR führen nur gerechte Kriege.

Ein Beispiel, welches Meggle in seinem Vortrag anführte: Israelis nehmen Palästinenser „gefangen“. Palästinenser „kidnappen“ Israelis. Sprache unterscheidet im Krieg zwischen uns und denen. Wir, die Guten, und sie, die Bösen. Das gleiche gilt in anderen Kriegsregionen: Die US-Armee nimmt Afghanen gefangenen. Die Afghanen kidnappen.

Eine Armee bombardiert eine UN-Schule, weil sich dort angeblich ein Angehöriger der gegnerischen Armee aufhält. Viele Zivilisten, die sich in das Gebäude geflüchtet hatten, sterben bei dem Angriff oder werden verletzt. Das wird Kollateralschaden genannt. Aber nur, wenn es sich bei der ausführenden Armee um eine westlich demokratische Regierung handelt. In einem anderen Fall wäre es Terrorismus der schlimmsten Sorte. Bomben auf unschuldige Kinder zu werfen – undenkbar!

Wie lange können Regierungen Kriegsverbrechen noch mit Kollateralschäden entschuldigen? Kann man es tatsächlich akzeptieren, dass eine Schule, die voll mit Kindern und Flüchtlingen ist, bombardiert wird, weil sich ein Angehöriger der gegnerischen Armee, ein sogenannter Terrorist, dort aufhält? Wo liegen die Unterschiede zwischen Kollateralschaden, Kriegsverbrechen und Terrorismus?

Meggle versucht eine Terrorismus-Definition herzuleiten, die neutral ist. Sein Begriff des terroristischen Aktes enthält drei Elemente: Gewalt, Terror (d.h. die Verbreitung von Angst und Schrecken) sowie instrumentelles Handeln (d.h ein bestimmtes Ziel soll erreicht werden).

Seine Definition lautet:

Terroristische Akte sind Akte des (versuchten) Bewirkens von Zwecken mittels gewaltinduziertem Terror – wobei diese Gewalt Adressaten trifft, die Nicht-Legitime-Gewalt-Ziele sind.

Die Ausführungen kann jeder hier nachlesen.

Meggle wirkt hoffnungslos in seiner Absicht, die Menschen von einer neutralen Sprache zu überzeugen. Die Kampfbegriffe sind fest verankert und deren Bedeutung wird kaum in Frage gestellt. Er setzt seine Hoffnung auf die (internationale) Rechtsprechung, welche neutral ist, wenn sie überhaupt zum Zuge kommt.

Meggle scheut sich nicht zu fragen, ob denn nicht auch die Taten der Israelis, der Amerikaner, der Deutschen als terroristische Akte, im Sinne seiner neutralen Definition, zu sehen seien. Er sieht Neutralität als einzige Lösung für den Nahostkonflikt, deshalb befürwortet er den Goldstone-Report und die Untersuchung der Menschenrechtsverletzungen und der Kriegsverbrechen, die Israelis und auch die Palästinenser im Gazakrieg begangen haben. Eine neutrale Untersuchung ist die einzige Hoffnung für die Palästinenser. Würde die Welt (oder besser: die westlichen Regierungen) diese Untersuchung zulassen, müsste sie sich allerdings denselben Konsequenzen stellen. Auch westliche Regierungen müssten für Kriegsverbrechen zur Verantwortung gezogen werden können.

Wir müssen uns den unangenehmen Fragen, die Meggle aufwirft, stellen. Sie zu beantworten oder unser voreingenommenes Denken zu ändern wird sehr schwierig. Aber wir sollten uns bewusst machen, dass es diese „semantische Kriegsführung“ gibt, und dass wir ihr jeden Tag in den Nachrichten ausgesetzt sind.

Wir sollten anfangen, unsere Wahrnehmung und die Begriffe, auf der sie beruht, zu hinterfragen.

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20 Kommentare

  1. Die Auseinandersetzung zu dem Thema “Semantische Kriegsführung” wäre für mich weitaus glaubwürdiger (den ganzen Text habe ich allerdings noch nicht gelesen), wenn sie nicht ausdrücklich wieder einmal Israel als Beispiel mit dem schon gewohnten “Feindbild” Israel = Aggressor hätte.
    Wie wäre es gewesen, stattdessen die unsägliche Geschichte der linken Rebellen in Peru oder der Drogenmafia in Kolumbien als “Terroristen versus Staatsmacht” zu bemühen? Oder auch die Tamilen-Rebellen gegen Regierungstruppen oder – oder – oder!

    Unter dem Deckmantel fürsorglichen Sprachumgangs wird hier doch wieder nur eines betrieben: Israelbashing!

    Ich kann mich noch gut an die Zeiten des RAF-Terrors hier in Deutschland erinnern, in denen ich zunächst durchaus Sympathien für die revolutionären Ideen der Roten RAF hatte, die aber bis zunehmender Brutalität und Morden schnell, sehr schnell vergingen.

    Ich möchte Herrn Meggle in Israel erleben mit dem Ertragen der Beeinträchtigung des ganz normalen Lebens dort wegen der ständigen Bedrohung durch Terroristen und Selbstmordattentäter, vermutlich würde er sich dann eines anderen Beispiels annehmen, um über “semantische Kriegsführung” zu schwadronieren!

  2. Dann, Rika, möchte ich Sie in Gaza erleben, wenn jederzeit die IDF wieder angreifen kann, seit einem Jahr das Haus in Trümmern ist, die Kinder jede Nacht schreiend aufwachen, weil sie traumatisiert sind, es nicht genug Essen für sie gibt ….
    Da geht es nicht um “Beeinträchtigung des ganz normalen Lebens” – da GIBT es KEIN normales Leben mehr.
    Gerade Isreal ist daher das perfekte Beispiel, um die Doppelzüngigkeit des Sprachgebrauchs zu erklären. Sie sind ein gutes Beispiel dafür, wie gut das funktioniert.

  3. Hallo Rika,

    ich wollte mit meinem Beitrag keineswegs “Israelbashing” betreiben.

    Ich wollte darauf hinweisen, dass es so etwas wie Neutralität in diesem Konflikt nicht gibt. Wie Sie schreiben, ist Israel ständig und überall durch Terroristen bedroht. Wie fühlen sich wohl die Einwohner Gazas? Sie leben seit Jahren unter einer Blockade.

    Auch Ihnen fällt es offensichtlich schwer, Ihren Blickwinkel zu verlassen, und die Situation einmal aus der Perspektive der Einwohner von Gaza zu sehen. Ich spreche jetzt nicht von den militanten Gruppen, sondern von den ganz normalen Einwohnern Gazas, die durch die Operation “Gegossenes Blei” Familienangehörige, vielleicht Kinder, verloren haben. Um Frieden zu erreichen muss man in der Lage sein, auch die andere Seite zu verstehen. Lesen Sie mal das Buch von Alexandra Senfft “Fremder Feind, so nah.” Dort wird die persönliche Begegnung von Israelis und Palästinensern sehr schön geschildert.

    Wenn Sie die “semantische Kriegsführung” gern in einem anderen Zusammenhang erläutern möchten würde ich mich freuen.

    Katrin Zinoun

  4. Ich gebe ganz offen zu, dass ich in dem Konflikt “Israel-Palästinenser” parteiisch bin zugunsten Israels. Das hindert mich jedoch nicht daran, einen Perspektivwechsel vorzunehmen und mir die Lage der Menschen im Gaza-Streifen vorzustellen.

    Sie ist dramatisch schlecht – wenn man sie an dem misst, was wir unter Freiheit – Demokratie – Freizügigkeit – Lebensstandard verstehen.

    Allerdings greift es doch völlig zu kurz, einzig und allein Israel für die Lage der Palästinenser verantwortlich zu machen.
    Die Israelis haben unter heftigen Protesten ihrer Landsleute, die im Gazastreifen wohnten und arbeiteten das Gebiet 2005 geräumt. Diese Räumung wurde von der Hamas als großer Sieg gegen das zionistische Regime gefeiert und gleichzeitig zum Anlaß genommen, die Machtposition der Hamas auszubauen und zu manifestieren.
    Die Charta der Hamas steht unter der Prämisse, Israel von der Landkarte verschwinden zu lassen.
    Und wie man gut nachvollziehen kann, haben sie in den letzten Jahren alles getan, um diesem Ziel näher zu kommen.
    Ich halte nicht alle Bewohner Gazas für Hamas-Fans, wenngleich eine große Mehrheit der Bevölkerung die Hamas gewählt hat.

    Mein Anliegen wäre es entsprechend, Gaza von der Vorherrschaft der Hamas zu “befreien” um den Menschen in Gaza tatsächlich ein freies Leben zu ermöglichen.

    Ägypten hat im übrigen auch eine gemeinsame Grenz mit Gaza … die sie mit allen Mitteln dicht macht!!!
    Darüber regt sich die Welt eigenartigerweise gar nicht auf!

  5. Als Ergänzung:
    Ich bin in einem Kibbuz an der Grenze zu Gaza gewesen, von den Orangenhainen aus kann man die Skyline der Stadt sehen.
    Viele Jahre lang kamen Arbeiter aus dem Gazastreifen in den Kibbuz und es gab niemals Probleme.
    Mit dem Beginn der zweiten Intifada blieben die Arbeiter weg – aus “freien” Stücken und nicht weil die Israelis sie an der Arbeit gehindert hätten!
    Und mit dem Abzug der Israelis aus Gaza begann der Raketenterror auf die Gegend um Sderot und “meinen” Kibbuz und die Jugendlichen konnten nicht mehr die Shelter als Partykeller nutzen – wie es in den friedlichen Zeiten zuvor üblich war, sondern die Shelter waren wieder die lebensnotwendigen Bunker.
    Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, wie groß der materielle Schaden ist, den die Raketen anrichten, der Psychoterror ist der eigentliche Faktor, der die Menschen im Kibbuz zermürbt.

    Terror ist die Basis der Macht, die Hamas ausübt – gegen Israel und vor allem gegen die eigenen Leute im Gazastreifen, was nicht zuletzt auch die Christen in Gaza sehr schmerzlich zu spüren bekommen.

  6. Ich möchte dem, was Sie hier wiedergeben keineswegs widersprechen. Den Terror, den die Hamas ausübt, kann man nicht entschuldigen. Wie jede Form von Gewalt, oder Krieg überhaupt.

    Die Frage ist doch: Wie bewertet man die Operation “Gegossenes Blei”? Um das herauszufinden sollten alle Operationen von Palästinensern, wie auch von den Israelis von einem unabhängigen Gericht untersucht werden.

    Denken Sie nicht, das wäre eine Lösung?

    Ich finde, diese gegenseitigen Schuldzuweisungen führen zu gar nichts. Außer zu mehr Gewalt und mehr Hass.

    Außerdem sollten die Dialogbemühungen fortgesetzt werden. Ja, die gibt es. Nicht in der Politik, aber auf einer persönlichen Ebene.

  7. Die Operation “gegossenes Blei” war eine notwendige Aktion gegen den Terror.
    Es ist schrecklich, dass dabei auch unschuldige Menschen zu Schaden kamen.
    Wenn man sich aber die Strategie der Hamas vor Augen führt, aus “zivilen” Gebäuden heraus Krieg zu führen, Waffenlager in Schulen und Moscheen einzurichten und auch das Hauptquartier in einer zivilen Einrichtungen zu unterhalten, ja, sogar die “Kämpfer” nicht als solche kenntlich zu machen, dann muss man in der Tat die Operation “gegossenes Blei” ganz neu bedenken.

    Denn ein völkerrechtliches “Verbot” einer wie auch immer geartete “militärische Aktion” gegen “Zivilisten und zivile Einrichtungen” würde die Israel vollkommen ohnmächtig und hilflos machen. Es ist die Asymmetrie der Kriegsführung, die uns in der Beurteilung dessen, was da passiert, so seltsam hilflos aussehen lässt.

    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sich irgendein Staat der EU NICHT gegen permanenten Terror-Krieg, wie ihn die Hamas führt, zur Wehr setzen würde!
    Im übrigen ist die Lage in Libanon ganz ähnlich. Dort operiert die Hisbollah aus zivilen Stellungen, die noch dazu von Blauhelmen “bewacht” werden!

  8. Kleine Korrektur, es soll heißen:

    Denn ein völkerrechtliches „Verbot“ einer wie auch immer gearteten „militärischen Aktion“ gegen „Zivilisten und zivile Einrichtungen“ würde Israel vollkommen ohnmächtig und hilflos machen.

  9. Natürlich sollen und müssen die Dialogbemühungen fortgesetzt werden.

    Es wäre schon sehr viel gewonnen, wenn diejenigen, die sich als Unterstützer auf die Seite der Palästinenser stellen, diese ganz unüberhörbar dazu auffordern würden, Israel als jüdischen Staat ohne Wenn und Aber anzuerkennen!
    Israel ist seit 1948 ein rechtmäßiger jüdischer Staat!
    Seine heutigen Grenzen sind eine Folge der Kriege, die von Arabern (damals gab es noch keine Palästinenser) gegen die Juden angezettelt wurden mit dem Ziel, Israel zu vernichten.

    Für ein Israel in den heutigen Grenzen mit ganz Jerusalem als Hauptstadt gibt es gar keine Alternative!

  10. Das finde ich eben nicht. Der sogenannte “Kollateralschaden” war viel zu groß. Israel sollte sich dem Gericht stellen. Als demokratischer Staat sollte es davor keine Angst haben.

    Und ja, Sie sind parteiisch. Ihnen ist das Leben der Palästinenser egal.

    Mir ist es das nicht. Auch das Leben der Israelis nicht. Ich wünschte, sie könnten in Frieden nebeneinander leben.

    Schade, dass man hier keine neutrale Position finden kann.

  11. @
    “Und ja, Sie sind parteiisch. Ihnen ist das Leben der Palästinenser egal.”

    Wie bitte?

    Mir ist das Leben der Palästinenser keineswegs “egal” !

    Wie sollte es auch?
    Schließlich spielen sie doch in dem sogenannten Nahostkonflikt eine nicht unerhebliche Rolle!
    Hätten die Araber im Gazastreifen statt die israelischen Gewächshäuser und andere landwirtschaftliche Produktionsstätten zu zerstören, diese für ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen – Selbstversorgung, Export usw. – genutzt, wäre zumindest die wirtschaftliche Lage nicht ganz so desolat, wie sie heute von den Medien gerne kolportiert wird.
    Wenn man so liest, was alles an Gütern durch die Schmuggeltunnel “importiert” wird von Luxusgütern über Dinge des täglichen Bedarfs wie Kühlschränke, Waschmaschinen, Computer, Fernseher, Kleidung bis hin zu Waffen allerfeinster Art – und das zu ungeheuer hohen Preisen!!!! – dann muss man sich doch auch die Frage stellen dürfen, wie und um Himmels Willen womit (EU-Gelder?) das alles bezahlt wird, wenn es doch angeblich keine Verdienstmöglichkeiten gibt für die – von nach linken Medien mit einem “Genozid” bedrohten, sich aber munter vermehrenden – Palästinenser, immerhin hat fast jede verheiratete arabische Frau im Gazastreifen mindestens fünf bis sechs Kinder und es gibt so gut wie keine unverheiratete Frau über 20 Jahre!!!!

    Mich regt das völlig unkritische Einstehen zugunsten der Palästinenser ganz furchtbar auf.

    UND:
    Wie würde denn eine “neutrale Position” Ihrer Meinung nach aussehen?

  12. “sich aber munter vermehrenden – Palästinenser”

    Kommentare dieser Art sind es, die zeigen, dass Sie Palästinenser als so etwas wie Menschen zweiter Klasse sehen.

    Eine neutrale Position wäre eine, die sich für beide Parteien einsetzt. Eine, die nur Frieden als Ziel hat. Eine, die nicht auf Schuldzuweisungen basiert, sondern eine Lösung sucht. Eine, die der Tatsache gerecht wird, das beide Völker traumatisiert sind.

  13. @
    “Kommentare dieser Art sind es, die zeigen, dass Sie Palästinenser als so etwas wie Menschen zweiter Klasse sehen.”

    NEIN und nochmals NEIN!
    Ein Kommentar dieser Art soll zeigen, wie wir durch die Mehrheit der Bericht erstattenden und kommentierenden Medien in unserer Wahrnehmung beeinflusst werden, meine – zugegeben leicht zynische – Bemerkung soll darauf hinweisen, dass weder Sie noch ich in der Tat “WISSEN”, wie es tatsächlich ist in Gaza, dass aber die Berichterstattung immer und vor allem die Opferrolle der Gazaner darstellt.

    Ich denke nicht, dass ich mit Schuldzuweisungen arbeite, ich beschreibe Situationen und Sachverhalte.

    UND:
    Ja, beide Völker sind traumatisiert, aber auch da spielt der subjektive Faktor eine nicht unerhebliche Rolle und ich will hier nicht gegeneinander aufrechnen.

    Wie kann man aber Frieden erreichen, wenn eines – bzw. die Führung eines – der beiden Völker ganz explizit sagt, dass das andere KEINE DASEINSBERECHTIGUNG HABE ???
    siehe Charta der Hamas!

  14. Ich verstehe, dass bei Themen wie diesem hier schnell die Emotionen hoch kochen. Besonders, wenn man, wie Sie, sich mit einer der Parteien identifiziert. Das habe ich Ihren Postings jetzt so entnommen. Ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten mit meinen Kommentaren.

    Ich glaube nicht, dass wir hier irgendeine Lösung oder eine Übereinkunft finden. Das haben schon andere klügere Menschen probiert…

    Deshalb möchte ich noch einmal zum ursprünglichen Thema zurückkommen. Sie wollten doch die “semantische Kriegsführung” in einem anderen Zusammenhang erläutern. Mich würde das sehr interessieren.

  15. Weitere Seiten, die sich mit der Hamas beschäftigen:

    http://www.trend.infopartisan.net/trd1103/t421103.html

    http://de.wikipedia.org/wiki/Hamas#Charta_von_1988

    und auch dieser Text:

    “Palästina ist ein islamisches Land … Deshalb ist die Befreiung Palästinas für jeden Moslem die höchste persönliche Pflicht, wo immer er sich befindet.” (Artikel 13)

    Der Aufruf zum Jihad:

    “Der Jihad ist die persönliche Pflicht jedes Moslems, seit die Feinde Teile des moslemischen Landes geraubt haben. Angesichts des Raubes durch die Juden ist es unvermeidlich, dass ein Banner des Jihad gehisst. wird.” (Artikel 15)

    Ablehnung von Friedensinitiativen:

    “Friedensinitiativen und so genannte Friedensideen oder internationale Konferenzen widersprechen dem Grundsatz der Islamischen Widerstandsbewegung. Die Konferenzen sind nichts anderes als ein Mittel, um Ungläubige als Schlichter in den islamischen Ländern zu bestimmen … Für das Palästina-Problem gibt es keine andere Lösung als den Jihad. Friedensinitiativen sind reine Zeitverschwendung, eine sinnlose Bemühung.” (Artikel 13)

    Missbilligung des israelisch-ägyptischen Friedensvertrages:
    …”
    aus:
    http://forum.politik.de/forum/israel-palaestina/43522-die-hamas-charta.html

  16. Nein,
    nicht ich habe vor, “semantische Kriegsführung” zu erläutern, ich habe den Einwand gemacht, dass mir ein solcher Diskurs glaubwürdiger erschiene, würde er sich nicht ausgerechnet an Israel “abarbeiten”!

    Das denke ich nach wie vor, besonders nachdem ich die beiden von Ihnen eingestellten Links im Ursprungstext vollständig gelesen habe!

  17. Ich denke, wir beenden die Diskussion an dieser Stelle. Sie haben meinen Text gelesen und haben das Gefühl gehabt, Israel verteidigen zu müssen.

    Sie haben überhaupt nicht in Erwägung gezogen, dass die Regierung von Israel bisweilen auch Fehlentscheidungen bezüglich ihrer Strategie treffen kann. Das ist für Sie offensichtlich völlig undenkbar.

    Ich habe nie behauptet, dass ich die Hamas in irgendeiner Weise unterstütze. Sie müssen mich also mit Ihren gutgemeinten Hinweisen nicht von der Radikalität der Hamas überzeugen.

  18. Okay!
    Danke für das faire Gespräch!

  19. NACHTRAG:
    In Bezug auf meine Einschätzung zu Entscheidungen der israelischen Regierung irren Sie sich.

    Aber Israel hat so viele Feinde, wird von so vielen kritisiert, dass ich nicht auch noch öffentlich in den Chor der Kritiker einstimmen muss, will oder werde!

    Es wäre nett, wenn Sie Ihr Gegenüber nicht zum Gegenstand Ihrer Interpretationen machten…
    nur so ein kleiner Tipp für zukünftige Gespräche mit anderen Partnern.

    Trotzdem, nochmals ein Dank für das Gespräch!

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